Im Interview mit dem VDMA, dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, erläutert Dominik Halbeisen, Standards Expert Technical Industries von GS1 Switzerland, warum Interoperabilität zunehmend an Bedeutung gewinnt und welche Rolle neue Technologien dabei spielen.
Bitte stellen Sie sich kurz vor und beschreiben Sie Ihre Rolle in Ihrer Organisation.
Bei GS1 Switzerland, einem gemeinnützigen Verband, arbeite ich als Solution Expert für technische Industrien, also für alle Branchen ausserhalb von Healthcare und Retail. Das bedeutet, dass es meine Aufgabe ist, gemeinsam mit unseren Mitgliedern neue gesetzliche Anforderungen oder Standards zu analysieren und deren Umsetzung zu testen – zunächst in Pilotprojekten und Prototypen bis hin zur produktiven Skalierung.
Bei GS1 Switzerland, einem gemeinnützigen Verband, arbeite ich als Solution Expert für technische Industrien, also für alle Branchen ausserhalb von Healthcare und Retail. Das bedeutet, dass es meine Aufgabe ist, gemeinsam mit unseren Mitgliedern neue gesetzliche Anforderungen oder Standards zu analysieren und deren Umsetzung zu testen – zunächst in Pilotprojekten und Prototypen bis hin zur produktiven Skalierung.
Auf welche Technologien, Standards oder Lösungen konzentrieren Sie sich in Ihrer Arbeit?
Mein aktueller Schwerpunkt liegt auf der einfachen Interoperabilität und Implementierung von Digitalen Produktpässen sowie Datenplattformen. Diese basieren auf GS1-Standards und gängigen Webtechnologien. Unser zentrales Ziel dabei ist: Lösungen müssen extrem einfach sein und die Implementierungskosten idealerweise gegen null tendieren.
Mein aktueller Schwerpunkt liegt auf der einfachen Interoperabilität und Implementierung von Digitalen Produktpässen sowie Datenplattformen. Diese basieren auf GS1-Standards und gängigen Webtechnologien. Unser zentrales Ziel dabei ist: Lösungen müssen extrem einfach sein und die Implementierungskosten idealerweise gegen null tendieren.
Warum wird Interoperabilität für Ihre Kunden oder Partner immer wichtiger?
Zum ersten Mal hat sich der regulatorische Rahmen grundlegend verändert. Mit der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) hat die EU eine Gesetzgebung eingeführt, die einen branchenübergreifenden Technologie-Stack in Form des Digital Product Passport (DPP) und dessen maschinenlesbarer Ausprägung vorschreibt. Man könnte sagen: Interoperabilität wird dadurch gesetzlich erzwungen. Zusätzlich wird diese Entwicklung durch den EU Data Act weiter vorangetrieben, der einen rechtlichen Anspruch auf den Zugriff auf Daten vernetzter Produkte in einem interoperablen Format schafft.
Zum ersten Mal hat sich der regulatorische Rahmen grundlegend verändert. Mit der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) hat die EU eine Gesetzgebung eingeführt, die einen branchenübergreifenden Technologie-Stack in Form des Digital Product Passport (DPP) und dessen maschinenlesbarer Ausprägung vorschreibt. Man könnte sagen: Interoperabilität wird dadurch gesetzlich erzwungen. Zusätzlich wird diese Entwicklung durch den EU Data Act weiter vorangetrieben, der einen rechtlichen Anspruch auf den Zugriff auf Daten vernetzter Produkte in einem interoperablen Format schafft.
Können Sie einen konkreten Anwendungsfall oder eine Erfolgsgeschichte aus Ihrer Arbeit teilen?
Sehr gerne. Der Go-live des GS1 Discovery Service im November letzten Jahres – einem Service zur Datensuche und zum Datenaustausch – war ein grosser Erfolg. Ursprünglich als Plattform für den Austausch von Messdaten im europäischen Bahnsektor gestartet, hat sich daraus eine produktive Lösung entwickelt. An genau diesem Thema hatte die Branche zuvor über zehn Jahre lang erfolglos gearbeitet.
Sehr gerne. Der Go-live des GS1 Discovery Service im November letzten Jahres – einem Service zur Datensuche und zum Datenaustausch – war ein grosser Erfolg. Ursprünglich als Plattform für den Austausch von Messdaten im europäischen Bahnsektor gestartet, hat sich daraus eine produktive Lösung entwickelt. An genau diesem Thema hatte die Branche zuvor über zehn Jahre lang erfolglos gearbeitet.
Welche messbaren Vorteile konnten erzielt werden?
Erstmals wurden im Bahnsektor bestehende nationale Datenpools über Ländergrenzen hinweg miteinander vernetzt. Dadurch entstand ein grosser, operativer und produktiver Datensatz. Das bildet die Grundlage für einen echten Wandel – weg von reaktiver hin zu prädiktiver Instandhaltung.
Erstmals wurden im Bahnsektor bestehende nationale Datenpools über Ländergrenzen hinweg miteinander vernetzt. Dadurch entstand ein grosser, operativer und produktiver Datensatz. Das bildet die Grundlage für einen echten Wandel – weg von reaktiver hin zu prädiktiver Instandhaltung.
Wenn Sie heute eine Sache ändern könnten, um Interoperabilität in der Industrie zu beschleunigen – was wäre das?
Der Fokus sollte stärker auf einfachen, bereits verfügbaren Lösungen liegen – insbesondere auf Webtechnologien. Diese sind tolerant gegenüber konzeptionellen und datenbezogenen Unschärfen und besitzen genau die Eigenschaft, die sie in der Praxis so erfolgreich macht.
Der Fokus sollte stärker auf einfachen, bereits verfügbaren Lösungen liegen – insbesondere auf Webtechnologien. Diese sind tolerant gegenüber konzeptionellen und datenbezogenen Unschärfen und besitzen genau die Eigenschaft, die sie in der Praxis so erfolgreich macht.
Interview von Lisa Raphaela Grübl, 22.05.2026 - Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
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