Der Digitale Produktpass beginnt nicht mit Regulierung – sondern mit einer einfachen Frage: Wie gut kennen wir eigentlich unsere eigenen Produktdaten?
Diese Frage taucht aktuell in vielen Gesprächen auf, sobald es konkret um den Digitalen Produktpass (DPP) geht. Und sie ist oft schwieriger zu beantworten, als zunächst erwartet.
In der neuen Reihe DPP Insights beleuchten wir den Digitalen Produktpass aus unterschiedlichen Perspektiven – von aktuellen Entwicklungen bis hin zu konkreten Erfahrungen in der Umsetzung. Ziel ist es, Orientierung zu schaffen und ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, was der DPP bereits heute für Unternehmen bedeutet.
Dabei wird schnell deutlich: Der DPP ist weniger ein Zukunftsthema als ein Spiegel der aktuellen Datenrealität. Denn die meisten produktbezogenen Informationen existieren bereits – verteilt auf Systeme, Partner und entlang der Lieferkette. Was häufig fehlt, ist nicht der Inhalt, sondern die Struktur: Daten sind nicht durchgängig verknüpft, nicht konsistent oder nur punktuell verfügbar.
Der Digitale Produktpass wird damit also auch zu einem Realitätscheck für bestehende Produktdaten. Er verändert die Anforderungen an den Umgang mit Informationen grundlegend. Daten müssen künftig konsistent, anschlussfähig und über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar sein.
Viele Unternehmen stehen dabei vor einer ähnlichen Ausgangslage: Daten sind vorhanden, Zuständigkeiten aber nicht immer klar geregelt und der Austausch mit Partnern erfolgt eher punktuell als strukturiert. Der Einstieg in den DPP beginnt deshalb selten mit Technologie, sondern mit Transparenz. Entscheidend ist zunächst die Klärung, welche Daten existieren, wo sie liegen und welche davon tatsächlich relevant sind.