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CEO Blog Jörg Mathis

Wenn ich aktuell mit Führungskräften spreche, steht selten die Frage nach dem nächsten grossen Wachstumsschritt im Zentrum. Viel häufiger geht es um Effizienz, Resilienz und die Fähigkeit, mit zunehmender Komplexität umzugehen.

Die Rahmenbedingungen sind branchenübergreifend erstaunlich ähnlich. Datenmengen wachsen, regulatorische Anforderungen nehmen zu und Kunden erwarten mehr Transparenz, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit. Gleichzeitig bleibt der Druck hoch, Kosten zu kontrollieren und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschliessen.

Für mich lassen sich diese Entwicklungen in drei Begriffen zusammenfassen:

Data. Demand. Supply.

Daten werden zum entscheidenden Produktionsfaktor. Die Nachfrage verändert sich schneller als je zuvor. Und Liefer- sowie Wertschöpfungsketten müssen gleichzeitig effizienter und widerstandsfähiger werden.

 

Mehr Daten bedeuten nicht automatisch mehr Wert

Viele Unternehmen haben heute kein Datenproblem. Sie haben ein Strukturproblem.

Daten entstehen in nahezu jedem Prozess. Doch häufig liegen sie in unterschiedlichen Systemen, Formaten und Organisationseinheiten vor. Was fehlt, ist die Fähigkeit, Informationen effizient zu verbinden und über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar zu machen.

Genau hier beginnt die strategische Bedeutung von Standardisierung.

Standards sorgen dafür, dass Daten eindeutig, strukturiert und interoperabel werden. Sie schaffen die Voraussetzung dafür, dass Informationen nicht nur erfasst, sondern auch genutzt werden können.

 

Effizienz entsteht nicht durch Einzelinitiativen

In wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten steht Effizienz ganz oben auf der Agenda. Viele Unternehmen investieren deshalb in Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Der Erfolg dieser Initiativen hängt jedoch selten von der Technologie allein ab.

Entscheidend ist, ob Prozesse und Daten so aufgebaut sind, dass Verbesserungen skaliert werden können. Ohne gemeinsame Standards bleiben viele Fortschritte lokal. Mit Standards lassen sich Effizienzgewinne über Bereiche, Standorte und Partner hinweg ausrollen.

 

Compliance wird zur Datenfrage

Hinzu kommt eine regulatorische Entwicklung, die kaum eine Branche unberührt lässt. Rückverfolgbarkeit, Produktsicherheit, Nachhaltigkeitsnachweise oder digitale Produktinformationen stellen Unternehmen vor neue Anforderungen.

Dabei zeigt sich zunehmend: Compliance ist heute weniger eine Frage der Dokumentation als der Datenverfügbarkeit.

Wer über standardisierte Datenstrukturen verfügt, kann regulatorische Anforderungen schneller und effizienter erfüllen. Wer auf individuelle Insellösungen setzt, erhöht langfristig Kosten und Komplexität.

 

Innovation braucht eine gemeinsame Sprache

Besonders deutlich wird dies bei neuen digitalen Geschäftsmodellen. Plattformen, datenbasierte Services und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz funktionieren nur dann, wenn Informationen zwischen Unternehmen, Partnern und Systemen ausgetauscht werden können.

Innovation entsteht heute zunehmend in Ökosystemen.

Und Ökosysteme funktionieren nur, wenn alle Beteiligten dieselbe Sprache sprechen.

 

Eine strategische Führungsaufgabe

Deshalb bin ich überzeugt: Standardisierung ist keine operative Detailfrage und auch kein reines IT-Thema.

Sie entscheidet darüber, wie effizient Unternehmen arbeiten, wie schnell sie regulatorische Anforderungen umsetzen und wie erfolgreich sie neue Geschäftsmöglichkeiten erschliessen können.

Wer über Data. Demand. Supply. nachdenkt, sollte deshalb auch über Standards sprechen.

Nicht auf Projektebene.

Sondern auf C-Level.

Ist Standardisierung in deinem Unternehmen bereits ein strategisches Thema – oder wird das Potenzial noch unterschätzt?

Jörg Mathis

CEO, GS1 Switzerland

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