Gestern fand im Folium in Zürich der ERFA-Event zum Thema 2D-Codes im Retail statt. Rund 100 Teilnehmende aus Handel und Industrie zeigten mit ihrem grossen Commitment, dass die Branche bereit ist, gemeinsam die nächsten Schritte in Richtung Zukunft des 2D-Codes zu gehen.
Von der Vision zur Umsetzung
Die zahlreichen Gäste wurden von Jonas Batt, Head of Industry Engagement Consumer Goods/Retail von GS1 Switzerland, willkommen geheissen. Er verdeutlichte die Vorteile des 2D-Codes: erweiterte Informationsmöglichkeiten, Platzersparnis durch nur einen Code und die Möglichkeit, Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg eindeutig zu identifizieren. Auch Potenziale für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und regulatorische Anforderungen hob er hervor.
Michel Ottiker, Senior Standards Experte bei GS1 Switzerland, zeigte, wie etablierte Standards wie die GS1 Artikelnummer (GTIN) in den 2D-Code integriert werden und so ein universeller Schlüssel entsteht – sowohl für die Kasse als auch für die Konsumenten. Anwendungsbeispiele wie Produkt-Rückrufe bis ins Wohnzimmer, automatisierte Haltbarkeitsprüfungen oder effizientere Rückverfolgbarkeit machten den Mehrwert greifbar.
Praxisberichte aus der Industrie
Einen Blick in die Praxis gewährte Alexandre Furderer, Data and Analytics Manager von Nestlé. Er präsentierte erste Produkte, die bereits mit 2D-Codes ausgezeichnet wurden, wie die Tafelschokolade von Cailler. Für Nestlé ist der 2D-Code ein Schlüssel, um digitale Erlebnisse zu schaffen und Konsumenten echten Mehrwert zu bieten – von Produktinformationen über Promotionen bis zu Nachhaltigkeitsdaten. Gleichzeitig ermöglichen die Codes Prozessoptimierungen in Produktion und Logistik. Furderer betonte insbesondere die Absicht, Konsumenten eine neue Welt zu eröffnen und die Überzeugung bei Nestlé, dass sich das Konsumverhalten hin zu dynamischer Interaktion verändern wird. Was bei Nestlé initial als Pilotprojekt starten sollte, hat die Erwartungen überflügelt.
Auch Janik Fuchs von Volg berichtete über die bisherigen Erfahrungen des Detailhändlers: Hardware- und Software-Readiness-Checks sind abgeschlossen, die Roadmap steht. Ab 2026 will Volg die Codes zunehmend flächendeckend ausrollen und sieht insbesondere bei Eigenmarken grosses Potenzial für Storytelling und Konsumentenbindung.
Lösungen aus dem Partnernetzwerk
Wie die konkrete Umsetzung aussehen kann, zeigten die GS1 Solution Partner:
Videojet und Cognex präsentierten Druck- und Prüflösungen für 2D-Codes in der Produktion.
Qualivision demonstrierte die QualiReader Software Lösung als zukunftssicheren Weg zu 2D.
Snoopstar zeigte, wie Verpackungen zu digitalen Touchpoints werden und der digitale Produktpass via GS1 Digital Link entsteht – für Transparenz, Recycling und regulatorische Anforderungen.
Gemeinsamer Blick nach vorne
In der abschliessenden Podiumsdiskussion mit den Vertretern von Nestlé, Volg und GS1 Switzerland wurde klar: Der 2D-Code ist weit mehr als eine technologische Innovation. Er ist ein branchenübergreifender Gamechanger, der Konsumenten, Handel und Industrie neue Möglichkeiten eröffnet – von mehr Effizienz über nachhaltige Prozesse bis zu einer intensiveren Kundeninteraktion.
Mit dem Event wurde deutlich: Die Schweiz ist bereit, den Barcode in die 2D-Praxis zu überführen. GS1 Switzerland begleitet Handel und Industrie dabei als neutraler Partner, damit der 2D-Code ab 2028 seinen vollen Nutzen entfalten kann.
Hier finden Sie noch mehr Informationen zur Umsetzung von 2D-Codes.