Finanzbericht 2025 von GS1 Switzerland

Transparenz 2D-Code Digital Product Pass firstbase Solution Partner Programm Gesundheitswesen Logistik Technische Industrien
Finanzbericht 2025

GS1 Switzerland präsentiert den Finanzbericht 2025.

GS1 Switzerland hat im Jahr 2025 seine strategischen Ziele konsequent weiterverfolgt – in einem Umfeld, das sich schneller verändert denn je. Technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz, steigende Anforderungen an Datenverfügbarkeit sowie neue regulatorische Rahmenbedingungen erhöhen die Komplexität entlang der gesamten Lieferkette.

Unsere Antwort darauf ist klar: Wir bringen Stabilität in ein dynamisches Umfeld. 

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Jörg Mathis
CEO, GS1 Switzerland

Mit unseren global abgestimmten Standards und Prozessmodellen schaffen wir die Grundlage für durchgängige, digitale und skalierbare Prozesse. Sie ermöglichen es Unternehmen, effizient zusammenzuarbeiten, Innovationen zu integrieren und gleichzeitig Investitionssicherheit zu gewährleisten.

Im Zentrum steht dabei unsere Systemarchitektur «Identify, Capture, Share». Sie verbindet eindeutige Identifikation, automatisierte Datenerfassung und standardisierten Datenaustausch zu einem konsistenten Gesamtsystem – und bildet damit die Basis für transparente und effiziente Wertschöpfungsnetzwerke.

Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 auf der Weiterentwicklung datengetriebener Anwendungen: von der Stärkung der Stammdatenqualität über Plattformlösungen bis hin zur Integration neuer Technologien wie 2D-Codes und GS1 Digital Link. Diese Entwicklungen ermöglichen neue Formen der Transparenz, unterstützen regulatorische Anforderungen und schaffen Mehrwert für Unternehmen und Konsumenten.

Gemeinsam mit unseren über 8’600 Mitgliedern und unserem starken Partnernetzwerk gestalten wir aktiv die Zukunft vernetzter Lieferketten – praxisnah, kollaborativ und mit klarem Fokus auf Nutzen und Umsetzbarkeit.

 

Jörg Mathis
CEO, GS1 Switzerland

Jahresrechnung

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Anhang zur Jahresrechnung

Kommentar zur Jahresrechnung

Bilanz per 31.12.2025

AKTIVEN

Flüssige Mittel und Wertschriften (TCHF 1’700)

Die kurzfristig verfügbaren Mittel (Kasse, Postkonto, Bank und Wertschriften) betragen am Bilanzstichtag insgesamt TCHF 7’484 (31.12.2024: TCHF 5’782). Der Wertschriftenbestand per Bilanzstichtag liegt um TCHF 496 über dem Vorjahr. Die Wertschwankungsreserve wurde, wie schon im Vorjahr nicht verändert.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (+TCHF 13)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bereinigt um die offenen Ratenrechnungen der Bildung sind gegenüber dem Vorjahr um TCHF 57 höher. Die Wertberichtigungen haben um TCHF 44 gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

Der Bilanzwert der Forderungen beinhaltet lediglich Positionen in Landeswährung. Die Wertberichtigung erfolgte nach den gleichen Bewertungsgrundsätzen wie in den Vorjahren.

Die Berechnung des Delkredere auf Debitoren erfolgte nach den folgenden Grundsätzen:

Ausstände bis 90 Tage5%
Ausstände von 91-180 Tagen25%
Ausstände von 181-270 Tagen50%
Ausstände von 271-365 Tagen75%
Ausstände von >365 Tagen100%

Übrige kurzfristige Forderungen (+TCHF 33)

Die Position beinhaltet im Wesentlichen das Guthaben aus der Verrechnungssteuer von TCHF 32, wovon TCHF 13 aus dem Vorjahr stammen.

Aktive Rechnungsabgrenzung (-TCHF 76)

Diese Position beinhaltet in erster Linie den Ertrag von TCHF 693, der aus den Subventionen der eidgenössischen Prüfungen, erwartet wird. Weiter sind rund TCHF 134 (Vorjahr TCHF 284) für vorausbezahlte Aufwendungen, die ganz oder teilweise der nächsten Periode zu belasten sind, aktiviert.

Anlagevermögen (-TCHF 562)

Der Wert der Finanzanlage (Mietzinskaution) hat sich gegenüber dem Vorjahr nur um den Zinsertrag verändert.

Im Geschäftsjahr sind keine wesentlichen Investitionen in Sachanlagen getätigt worden. Anschaffungen haben lediglich im Bereich der «EDV-Anlagen und Geräte» (TCHF 30) stattgefunden.

Sachanlagen am 01.01.2025 – NettobuchwerteTCHF460
Investitionen Mobiliar und Einrichtungen+TCHF0
Investitionen EDV-Anlagen und Geräte+TCHF30
Investitionen Geschäftsräumlichkeiten+TCHF0
Ordentliche Abschreibungen-TCHF222
Sachanlagen am 31.12.2025=TCHF268

Den mobilen Sachanlagen sind Total TCHF 103 Wertberichtigungen zuzuordnen, während den immobilen Sachanlagen (Geschäftsräumlichkeiten) Abschreibungen im Umfang von TCHF 119 belastet wurden.

In der Berichtsperiode ist das Projekt «OrbitOne» gestartet, welchem TCHF 14 zugeteilt werden.

Immaterielle Werte am 01.01.2025 – NettobuchwerteTCHF903
Investitionen GS1 Digital - ERP+TCHF14
Abschreibungen-TCHF384
Immaterielle Werte am 31.12.2025 =TCHF533

PASSIVEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+TCHF 106)

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um TCHF 106 erhöht, was im Wesentlichen auf das deutlich höhere Projekt‑ und Beschaffungsvolumen im zweiten Halbjahr 2025 zurückzuführen ist. Zusätzlich führte die hohe Nachfrage im Bildungsbereich dazu, dass weitere Kurse angeboten und entsprechende Dozierenden‑ sowie Event‑ und Unterstützungskosten erst gegen Jahresende fakturiert wurden. Insgesamt spiegelt der Anstieg sowohl die strategischen Investitionen in digitale Projekte als auch die Mehraktivitäten in der Bildung wider.

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten (+TCHF 122)

Gegenüber dem Vorjahr ergeben sich Veränderungen insbesondere aufgrund der geschuldeten Restanzen gegenüber Sozialversicherungen. Dabei entfallen TCHF 58 auf Verpflichtungen gegenüber der PK Vita Sammelstiftung. Zudem wurde gemäss Vereinbarung für das Stiftungskapital der Stiftung Gebäudepass bereits TCHF 240 einbezahlt.

Passive Rechnungsabgrenzung (+TCHF 125)

Die passive Rechnungsabgrenzung beinhaltet einerseits Erträge, die ganz oder teilweise der nächsten Periode gutzuschreiben sind. Dieser Bestand aus erhaltenen Erträgen des Folgejahres beträgt TCHF 1’447, davon betreffen TCHF 1’175 die Bildung für die Ratenteilrechnungen der Lehrgänge, welche im Jahr 2026 fortgeführt werden.​

Anderseits werden hier ausstehende Kosten aus Leistungsbezügen der Berichtsperiode bilanziert, die noch nicht eingetroffen sind. Wesentlich bilanzierte Geschäftsfälle, sind Auslagen aus vertraglichen Zuwendungen an das Management Board.

Zudem werden die Rückstellungen der Ferien- und Überzeitguthaben und Steuern in den Passiven Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.

Arbeitgeberbeitragsreserve (nicht bilanziert)

GS1 Schweiz verfügt über eine nicht bilanzierte Arbeitgeberbeitragsreserve von TCHF 641, die per Stichtag 31.12.2025 bei der Vita Sammelstiftung angelegt ist.

Wesentliche Erläuterungen zur Erfolgsrechnung
für das Jahr 2025 (1. Januar bis 31. Dezember)

Ertrag

Die Erträge von GS1 Switzerland setzen sich aus Mitgliedschaftsbeiträgen und Umsätzen für Dienstleistungen zusammen. In der Berichtsperiode wurde ein Nettoumsatz von TCHF 14 779 erzielt, was gegenüber dem Vorjahr einem Mehrumsatz von TCHF 831 entspricht.

Zusammensetzung der Einnahmen20252024
Einfache Mitgliedschaft18%17%
Mitgliedschaft für die Teilnahme am GS1 System37%35%
Erträge aus dem Bereich Bildung27%31%
Erträge aus dem Bereich Marketing & Events2%2%
Übrige Erträge aus dem Bereich Industry Engagement7%7%
Übrige Erträge aus dem Bereich Development & Operations9%8%

Die Einnahmen aus Mitgliedschaften sowie der Nutzung des GS1 Systems lagen im Geschäftsjahr um TCHF 830 über dem Vorjahreswert. Dieses Wachstum basiert weiterhin massgeblich auf der Konsumgüterbranche, wobei insbesondere Startups der Mitgliederkategorie 1 einen bedeutenden Beitrag leisten. Darüber hinaus konnten auch im Bereich der technischen Industrie sowie im Gesundheitswesen, insbesondere dank des Projekts firstbase, Zuwächse verzeichnet werden.

Die übrigen Umsätze im Bereich «Development & Operations» stiegen im Vergleich zum Vorjahr um TCHF 162. Der Hauptanteil dieses Anstiegs ist auf das Projekt firstbase zurückzuführen.

Im Bereich der GCP-Nummernkreise zeigten sich differenzierte Entwicklungen: Während die 100-, 1'000- und 10'000-Nummernkreise Zuwächse verzeichneten, konnten sie damit den Rückgang der 100'000er GCPs nahezu kompensieren.

Der Gesamtumsatz im Bildungsbereich, bestehend aus Einnahmen Bildung und Subventionen, hat im Berichtsjahr um TCHF 240 abgenommen. Dies geschah, obwohl die Einnahmen aus der Bildung im Vergleich zum Vorjahr um knapp TCHF 81 gestiegen sind. Der Rückgang lässt sich damit erklären, dass im Jahr 2024 durch das Sonderprojekt Poseidon deutlich höhere Subventionseinnahmen erzielt wurden.

Die Veranstaltungen erzielten gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von TCHF 52. Wesentliche Faktoren für dieses Wachstum waren höhere Sponsoreneinnahmen sowie Beiträge von Trägern im Rahmen des Excellence Day, Lean and Green und Solution Partner Programms. Darüber hinaus konnte das Forum Suisse de Logistique seinen Vorjahreswert nahezu verdoppeln. Der Umsatz Teilnehmerveranstaltung verzeichnete ebenfalls einen Umsatzzuwachs von 41 % auf TCHF 43.

Die übrigen Umsätze im Bereich «Industry Engagement» liegen um TCHF 32 über dem Wert des Vorjahres. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr eine Abgrenzung zurückgebucht wurde, was sich positiv auf die Differenz zwischen Ist- und Vorjahreswert auswirkt.

In der Berichtsperiode 2025 wurden Debitorenverluste von insgesamt TCHF 48 verbucht. Diese resultieren aus tatsächlichen Forderungsausfällen sowie aus einer Erhöhung des Delkrederebestands um TCHF 44.
 

Aufwand

Der Kostenblock um den direkten Aufwand, ist im Vergleich zum Vorjahr um TCHF 808 gestiegen.

Entscheidend für den höheren Aufwand gegenüber dem Vorjahr sind neben der Rückstellung für Digitalisierungsprojekte über TCHF 250 im Bereich Industry Engagement auch Marketingaufwendungen für branchenübergreifende Themen. Der höhere Aufwand gegenüber dem Vorjahr im Bereich Development & Operations ist im Wesentlichen auf die Weiterentwicklung unseres digitalen Kundenportals und weitere zusätzliche Dienstleistungen zurückzuführen. Gleichzeitig verzeichneten einzelne Bereiche geringere Aufwände, während andere operative Themen zu Mehrkosten führten.

Im Bildungsbereich liegt der direkte Aufwand durch die neuen und zusätzlichen Lehrgänge 7 % über dem Vorjahr.

Im Verhältnis zum Umsatz hat sich die Intensität gegenüber dem Vorjahr um 3.8 Prozentpunkte erhöht und liegt nun bei 34.3%.

Der Personalaufwand liegt gegenüber dem Vorjahr um TCHF 128 tiefer. Hauptgrund sind geringere Bruttolöhne infolge mehrerer Austritte und verzögert oder nicht ersetzter Stellen. Höhere Veränderungen bei Ferien- und Überzeitguthaben erhöhen den Aufwand dagegen deutlich. Tiefere Leistungen Dritter reduzieren den Minderaufwand um TCHF 34, während der übrige Personalaufwand – u. a. aufgrund von Mutterschaftsleistungen – um 17.6 % steigt. Die FTE bleiben nahezu unverändert.

Der Verwaltungs‑, Betriebs‑ und Werbeaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr insgesamt um TCHF 198, hauptsächlich aufgrund höherer Beratungs‑ und Entwicklungsaufwände im Zuge von Digitalisierungs‑ und Programmierarbeiten, zusätzlichen IT‑Kosten in der Bildung sowie einem moderaten Anstieg im Werbeaufwand.

Der übrige Betriebsaufwand fällt im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt TCHF 24 tiefer aus. Haupttreiber dieser Abnahme sind einerseits die tiefere Mehrwertsteuerbelastung aufgrund einer geringeren Vorsteuerkürzung bzw. -korrektur, und andererseits deutlich reduzierte Inkassospesen, die gegenüber dem Vorjahr um 67% zurückgingen.

Der Abschreibungsaufwand liegt TCHF 29 unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorjahr entfallen TCHF 9 auf tiefere Investitionskosten bei EDV-Anlagen und Geräten sowie TCHF 20 auf Software und Lizenzen. Letztere gehen insbesondere darauf zurück, dass die im Vorjahr noch angefallenen Software- und Einmallizenzkosten für das BI-Tool per Jahresende vollständig abgeschrieben waren.

Der Finanzerfolg fällt im Vergleich zum Vorjahr um TCHF 192 tiefer aus. Obwohl unser Anlageportfolio auch im Berichtsjahr erneut einen Kursgewinn erzielte, halbierte sich der Erfolg gegenüber dem Vorjahr deutlich. Die Wertschwankungsreserve blieb unverändert.

Das ausserordentliche Ergebnis fällt gegenüber dem Vorjahr tiefer aus, da diesmal deutlich geringere periodenfremde Erträge anfielen. Im Vorjahr hatten vor allem Versicherungsleistungen, Nachlassdividenden und die Bereinigung von Steuern das Ergebnis positiv beeinflusst.

Die Buchhaltung schliesst mit einem Gewinn von TCHF 306.

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